Frankfurter Allgemeine: „Hilferuf der deutschen Hoteliers“

Autor: Birgit Borreck
Kategorie HONESTIS AG in den Medien
Datum: 19 Mar, 2020

blog_post_75

Frankfurter Allgemeine: „Hilferuf der deutschen Hoteliers

Der Tourismus in Deutschland leidet, das Geld wird knapp. Der Chef der Hotelkette Dorint spricht über Staatshilfen und Chaos im Föderalismus.

Viel los ist nicht mehr in den Hotels. Das Dorint-Haus im Zentrum von Köln ist noch zu 17 Prozent belegt, das in Remscheid hat nur noch drei zahlende Gäste. Und das Domizil auf Rügen darf niemanden mehr aufnehmen, Mecklenburg-Vorpommern sperrt seine Ostseeinseln. Touristen sollen nach den Mahnungen der Bundesregierung ohnehin nicht einquartiert werden. Wenn Dirk Iserlohe, Chef der Dorint-Hotels, auf die Auslastung seiner Häuser blickt, zeigt sich die Corona-Krise der deutschen Hotellerie. Die Einnahmen sind geschwunden, es dominieren Zukunftsängste in einer Branche, die zehn Jahre steigender Übernachtungszahlen hinter sich hat.

Iserlohe hat an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben und ihr für den 'unermüdlichen und überparteilichen Einsatz' der Politik gedankt. Doch er mahnt Nachbesserungen an. 'Das Hilfspaket vom vergangenen Freitag reicht nicht aus', sagt er im Gepräch mit der F.A.Z. 'Das angekündigte Geld wird kaum Unternehmen erreichen. Wir haben systemimmanente Hürden wegzuräumen, sonst steuern wir in eine Katastrophe.' Auch Guido Zöllick, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sieht Betriebe 'am Rande der wirtschaftlichen Belastbarkeit' und warnt vor einer 'Welle von Insolvenzen' - trotz des ersten Hilfsprogramms

Eine der Hürden, über die Dorint-Chef Iserlohe spricht, hat mit den Banken im Land zu tun. Denn der Bund haftet zunächst nur für 80 Prozent der angekündigten Liquiditätshilfen. 'Eine Hausbank muss in der aktuellen Regelung für 20 Prozent der Kreditsumme selbst das Risiko tragen. Sie muss jede Anfrage selbst prüfen. Schlimmstenfalls kann sie das zusätzliche Darlehen auch dann nicht gewähren, wenn sie es wollte, weil sie Regularien für die Kreditvergabe nicht einhalten würde', sagt Iserlohe. 'Die Lösung könnte sein, dass der Staat für 99 Prozent der Hilfen einsteht, wenn er die Banken in der Bearbeitungspflicht und dem Kundenkontakt lassen will, was sinnvoll ist.'

...


Lesen Sie den gesamten Artikel als PDF.

Tags: Dirk Iserlohe Dorint GmbH